Gerbrunn

Gerbrunner Gespräch: Klimawandel in Mainfranken | ► 2016

Er ist kaum noch zu übersehen, der Klimawandel. Was aber steckt dahinter?

Prof. Dr. Heiko Paeth vom Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg sprach im Rahmen der Gerbrunner Gespräche der SPD Gerbrunn zu den Folgen des Klimawandel gerade auch in Mainfranken.

Wie schätzt man die Veränderung des Klimas ein? Aufbauend auf der Beobachtung der Vergangenheit erfolgt eine „Berechnung“ der Zukunft über Klimamodelle. Die Tatsache des Klimawandels, demonstriert mittels der berühmten „Hockeyschlägerkurve“, wird kaum noch bezweifelt. Inzwischen erlauben die eine sehr detaillierte Vorhersage, die sich auch auf Regionen herunterbrechen lassen. Leider zeigt die Kurve steiler als erwartet nach oben, die regionale Klimakarte zeigt, dass Mainfranken vor allem im Sommer betroffen sein wird, mit erhöhten Temperaturen und vor allem wenig Niederschlag, der kaum durch Bewässerung ausgeglichen werden kann.

Der Klimawandel wird die Stadt Würzburg besonders treffen, dies liegt an der Kessellage und der dichten Bebauung. Es wird mit einem Temperaturanstieg von 5°C gerechnet, was durchaus Nächte bedeuten kann, in denen die Temperatur die 30°C nicht unterschreiten wird. Die Klimakarte zeigt aber auch, dass Gerbrunn ebenfalls - trotz seiner Höhenlage - betroffen wird, wegen der dichten Bebauung und Abblocken des Luftaustausches durch hohe Bebauung im Tal. Um so wichtiger wird die Schaffung von grünen Inseln, was aber in Zeiten von Wohnungsnot und dem Drang in die Städte immer schwieriger wird, wie die Beispiele Franziskanergarten und Faulhaberplatz zeigen. Hier verschwinden letzte grüne Inseln.

Wie kann man gegensteuern? Das Ziel des Klimagipfels von Paris, eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 °C zu begrenzen, wird kaum noch zu erreichen sei. Stopp der Braunkohleverbrennung, hohe Besteuerung des Benzin, besonders des Flugbenzin wären schnelle und wirksame Schritte, aber politisch nicht durchsetzbar.

Was können wir aber persönlich tun? Weniger fliegen sowie weniger Fleisch essen wären sofortige und wirkungsvolle Maßnahmen, aber auch hier besteht recht wenig Hoffnung.