60 Jahre SPD in Gerbrunn - Politik, Kabarett und gute Laune am Jubiläumsnachmittag
Nicht nur in die Vergangenheit, auch in die Zukunft blickte die SPD Gerbrunn bei ihrer Jubiläumsfeier am Sonntag in der Kulturbühne „Alte Feuerwehr“. Seit der Gründung 1956, mit Ernst Schedel als ersten Vorsitzenden, konnte sich die SPD durch kontinuierliche Arbeit, Offenheit auch gegenüber parteilose Kandidatinnen und Kandidaten sowie einem großen Zusammenhalt (gleich vier ehemalige Vorsitzende waren anwesend) aus kleinen Anfängen Anerkennung erarbeiten und stellt aktuell die größte Fraktion im Gerbrunner Gemeinderat. Über die Jahre stellte die SPD mehr als 40 Gemeinderäte, drei Kreistagsmitglieder und seit 2002 den Ersten Bürgermeister der Gemeinde. Ob sozialliberal wie in den 70er und 80er Jahren – in einer Fraktionsgemeinschaft mit der FDP - oder, später mit eher „grünen“ Ideen fanden sich engagierte Bürger zusammen um Kommunalpolitik zu gestalten. Veranstaltungen wie Ortsteilbegehungen, der kommunalpolitische Aschermittwoch, oder die Gerbrunner Gespräche dienen dazu Grundwerte der Sozialdemokratie „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ nahezubringen aber auch um Ideen der Bürger in praktische Politik umzusetzen, so der Vorsitzende Dr. Reinhard Schinzel und Bürgermeister Stefan Wolfshörndl in ihren Begrüßungen. Dieser Einsatz wurde durch Besuch der beiden Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal und Volkmar Halbleib sowie die Bezirkstagsvizepräsidentin Eva-Maria Linsenbreder anerkannt. Die beiden Abgeordneten ließen es sich nicht nehmen, die Mitglieder Wolfgang Pavel und Ralf-Dieter Wolf für ihre langjährige Mitgliedschaft zu ehren.
Den Blick in die Zukunft wagte der Gast, der junge SPD Bürgermeister Sebastian Koch aus, der es mit Mitte Zwanzig aus dem Stand schaffte, Bürgermeister der Gemeinde Wenzenbach bei Regensburg zu werden. Er mahnte an, die Werte der SPD gerade in Zeiten der großen Koalition deutlicher zu vertreten. Auch und gerade in Zeiten von aufkommender Fremden- und Zukunftsangst, in denen von einigen Seiten scheinbar einfache Antworten auf schwierige Fragen angeboten werden, so Sebastian Koch. Als Beispiel nannte er einige Brennpunkte nicht nur in der Kommunalpolitik: Die verfehlte bayerische Schulpolitik, die die Städte und Gemeinden mit dem Problemkind Mittelschule allein lasse, müsse durch ein Gesamtschulkonzept ersetzt werden. Natürlich sind auch die Flüchtlinge Thema, und die unsäglichen Äußerungen eines CSU Generalsekretärs über ministrierende Flüchtlinge zeigen, wie die Mehrheitspartei denkt. Dies löst aber die Probleme nicht, die einzige Lösung kann nur schnelle Integration und eine neue Einwanderungspolitik ist. In diesem Zusammenhang muss auch das Thema Wohnen angesprochen werden, der soziale Wohnungsbau braucht neuen Anschub und neue Ideen, um Fehler der Vergangenheit wenigstens wieder teilweise auszugleichen. Als konkretes Beispiel schlägt er vor, über eine höhere Steuer für unbebaute Grundstücke nachzudenken.