»Jede Gruppierung im Gemeinderat hat sicher ihre eigenen Vorstellungen, jedoch streiten wir fair und ringen um die besten Lösungen am Ratstisch. Hierüber bin ich sehr froh und auch ein bisschen stolz, da ich dies auch als Ergebnis meiner Amtsführung betrachte«, erklärte Bürgermeister Stefan Wolfshörndl beim Kommunalpolitischen Aschermittwoch der SPD Gerbrunn. Erfreulicherweise herrsche im Gremium ein sachliches, Ziel orientiertes Klima in der Zusammenarbeit.
Besonders begrüßte Wolfshörndl eine Delegation aus dem SPD-Ortsverein Randersacker, die sich unter den zahlreichen Besuchern im großen Versammlungsraum der Mehrzweckhalle eingefunden hatte. »Die kommunalpolitische Zusammenarbeit ist gerade zwischen Nachbargemeinden sehr wichtig, denn die Probleme hören nicht an den Gemarkungsgrenzen auf«, so der Bürgermeister.
»Von den im Endspurt des Kommunalwahlkampfes vor einem Jahr von der SPD angesprochenen Punkten, um die wir uns als erstes kümmern wollten, konnten einige bereits verwirklicht werden, andere Projekte sind auf der Verwaltungsebene angedacht und müssen noch im Gemeinderat beraten und entschieden werden«, so Wolfshörndl. Die Themenpalette reicht von der Modernisierung der Kinderspielplätze, der Unterstützung des Agenda 21-Beirates, der Verbesserung der Straßenbeleuchtung über Kultur bis zu Veränderungen im Rathaus. Dort wurden die wöchentlichen Öffnungszeiten um mehr als 12 Stunden erweitert. Erstmals nach zwanzig Jahren wird ab September wieder ein Ausbildungsplatz in der Gemeindeverwaltung geschaffen. Die Planungen für das Bürgerbüro im Erdgeschoß des Rathauses stehen vor dem Abschluss und werden in der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt.
Trotz der finanziell schwierigen Situation im Jahr 2003 und vermutlich auch in 2004 laufen die verschiedensten Projekte wie das neue Feuerwehrhaus, große Wartungs- und Erneuerungsarbeiten im Hallenbad, Kanalbau etc. weiter. Allerdings bewegen wir uns mittlerweile an der Grenze unserer finanziellen Leistungsfähigkeit. Allein für 2003 sind gut 900 000 € Kreditaufnahmen vorgesehen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird mittelfristig bis 2007 von jetzt 333 € auf 565 € steigen. Das sei zwar, so Wolfshörndl weiter, noch nicht dramatisch, zeige aber deutlich, wohin die Reise gehe, wenn sich an der Finanzausstattung der Gemeinden nichts ändert.
Über eine solide Finanzpolitik bemühen sich Bürgermeister und Gemeinderat, auch zukünftig die notwendigen Mittel für die gute Infrastruktur der Gemeinde mit Bücherei, Hallenbad, Mehrzweckhalle, Schule, Kindergärten und Sportanlagen bereitzustellen.
Die Finanzierung der genannten Maßnahmen ist allerdings abhängig von der Verabschiedung des Gemeindehaushalts in der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag.
Ein Bürger äußerte sich besorgt über die Vorstellung, ein großes Gewerbegebiet auf den Gemarkungen der Gemeinden Theilheim, Randersacker und auch zum Teil auch Gerbrunn auszuweisen. Betroffen wären Flächen auf der Gieshügeler Höhe. Er befürchtet, dass der letzte Zipfel freier Flächen auf der ohnehin knappen Gemarkungsfläche Gerbrunns zubetoniert werden würde. Dazu sagte der Bürgermeister, es gebe bisher nur Überlegungen, eine Machbarkeitsstudie für ein solches Gewerbegebiet zu erstellen. Die Meinungen dazu seien im Gemeinderat und auch in den Fraktionen noch sehr unterschiedlich. In der Gemeinderatssitzung am 10. März 03 stehe das Thema auch im Zusammenhang mit der Errichtung von Windkraftanlagen im Bereich Gieshügel auf der Tagesordnung.
Karl Loritz