Die „Woche der Windenergie“ der SPD Ortsvereine Gerbrunn, Randersacker, Rottendorf und Theilheim, die letzte Woche mit dem Besuch der Windkraftanlage Theilheim begonnen hatte (► Bericht, wurde durch eine Veranstaltung zum Stand des Ausbaus in der Region und den Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung vertieft. Der gute Besuch in der Mehrzweckhalle Gerbrunn zeigte das große Interesse in der Region. Zu Beginn stellte Dr. Herbert Friedmann die Genossenschaft „Bürger-Energie Altertheim eG“ vor, die bereits ein Windrad betreibt und ein zusätzliches Windrad für 2025 plant. Mit großem persönlichem ehrenamtlichem Aufwand und anfangs gegen Widerstand wurden von 192 Mitgliedern der Genossenschaft über 1,7 Millionen € eingesammelt und damit die Basis für die Finanzierung gelegt. Dr. Friedmann erläutert, dass weniger die Finanzierung als auch das Finden und Pachten geeigneter Grundstücke nicht leicht ist. Eine weitere Schwierigkeit ist es, an windreichen Tagen den Strom ins Netz einzuspeisen, da neben dem Aufbau an Windrädern auch der Ausbau der Netzinfrastruktur noch nicht zielgerichtet passiert. Dagegen erwiesen sich anfängliche Bedenken wie Lärmbelästigung und die Tötung von Vögeln sowie Probleme mit der Luftsicherung als lösbar. „Einfach loslegen“, so das ermutigende Fazit von Dr. Friedmann, denn von dem Ausbau der Windräder profitieren (fast) alle: die Gemeinde hat Gewerbesteuereinnahmen, den Anteilsnehmern winkt (in guten Jahren) bis zu 6% Rendite und – nicht zuletzt – werden fossile Brennstoffe gespart.
Den Blick auf die Bundesebene steuerte MdB Markus Hümpfer als Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz und Energie des Bundestages bei. Die Bundesregierung will den Anteil von jetzt etwa 50% bis 2030 auf 80 % steigern. Da dies bei steigendem Bedarf geschehen soll, muss der Ausbau erneuerbarer Energie weiter massiv gesteigert werden. Bayern hinkt aus bekannten Gründen der Ausbau der Windenergie deutlich hinterher, die Bundesregierung hat aber jetzt durch das „Osterpaket 2022“ mit veränderter 10H-Regel eine Beschleunigung angestoßen. Franken liegt übrigens bei der Windenergie in Bayern vorne. Auch Hümpfer betonte, dass der Flaschenhals der Netzausbau bleibt. Weitergehende Planungen sind bisher nur für das Hochenergie-Netz vorgeschrieben, auf lokaler Ebene funktioniert die Einbindung der Netzbetreiber noch nicht zufriedenstellend. Auch ein Verbrauch des Stroms vor Ort ist kaum möglich. „Es brauche neue Ansätze“, so Hümpfer, Beispiel könne das Vorhaben einiger Gemeinden im Umkreis von Schweinfurt sein, mit der Überlandzentrale Lülsfeld einen Verbund zu bilden. Die Einbindung der Bürger ist mit entscheidend, sei es über die Kommunen, sei es über Genossenschaften. Nur wenn der Gewinn in der Region bleibt, ist mit einer größeren Akzeptanz zu rechnen.
MdL Volkmar Halbleib und Alexander Kolbow (MdL-Kandidat für Würzburg-Stadt) stehen ebenfalls hinter dem Ausbau regenerativer Energie, besonders der Windenergie, in der Region. „Haßfurt ist bereits auf dem Weg zur Autarkie“, berichtet Halbleib. Die beiden sehen, zusammen mit Gastgeber Bürgermeister Stefan Wolfshörndl gute Möglichkeiten zur Kooperation mit den Nachbargemeinden, um einen Windpark mit mehreren modernen Anlagen um das bestehende Windrad zu errichten, wichtig ist die Kommunikation mit allen Beteiligten. Die Stadt, der Landkreis und das Land müssen besser zusammenarbeiten, um die Klimaziele zu erreichen. „Klar sind die Ziele ambitioniert, aber gemeinsam können wir das erreichen“, fasste Halbleib am Ende der Veranstaltung zusammen.
In der Diskussion wurde vom teilweise fachkundigen Publikum auch auf die Möglichkeiten der Energie-(zwischen)-speicherung durch den Speicher im Keller hingewiesen, um die Probleme mit der Netzeinspeisung zumindest teilweise auszugleichen. Innovative Lösungen sind auf dem Weg, die Zeit drängt aber. Die SPD wird am Ball bleiben.