Gerbrunn

Gerbrunner Gespräch: Sterbehilfe | ► 2014

STERBEHILFE – PRO und CONTRA.
Gerbrunner Gespräche der SPD

Auf großen Zuspruch traf die Podiumsdiskussion mit „lokalen“ Experten, dem Prof. Dr. Alexander Schraml, Jurist und Lehrbeauftragter im Studiengang Pflegemanagement an der FH Würzburg, dem Gerbrunner Pfarrer Dr. Hermann Steinert sowie Frau Dr. Kathrin Tatschner, Chefärztin der Geriatrischen Rehabilitationsklinik der AWO in Würzburg.

Das schwierige Thema trifft zur Zeit auf großes Interesse, da eine intensive Diskussion in den Medien zu den geplanten Gesetzesvorhaben stattfindet.

Dr. Schraml führte in das Thema ein und stellte die juristischen Probleme vor: Das Spannungsfeld zwischen dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und der Entscheidungs- und Willensfreiheit des Einzelnen, sind beide durch das Grundgesetz garantiert. Während die passive Sterbehilfe weitgehend akzeptiert ist, ist die aktive Sterbehilfe (Beihilfe zum Selbstmord) umstritten. Auch ist die Abgrenzung von passiver Sterbehilfe und aktiver Sterbehilfe schwierig: Ist das Abschalten einer Beatmungsmaschine nicht auch schon „aktive“ Sterbehilfe? Ein wichtiges Ziel einer gesetzlichen Regelung muss sein, Missbrauch („wann stirbt die Oma endlich“) zu verhindern, auch wenn dies nicht allen Fällen gerecht wird.

Dr. Tatschner weist auf die Fortschritte der Palliativmedizin und dem Ausbau des Hospizwesens. Dies erlaubt in den allermeisten Fällen einen würdevollen und weitgehend schmerzfreien Tod. Mit der aktiver Sterbehilfe tun sich die Mediziner „naturgemäß“ schwer. Während in Städten die Versorgung mit Hospizen schon weit fortgeschritten ist, gibt es in ländlichen Gegenden noch großen Nachholbedarf.

Dr. Steinert spricht die ethische und moralische Ebene an und betont, dass der Tod als Teil des Lebens anzusehen ist. Er weist auf den alten christlichen Begriff der „ars moriendi“, d.h. den Tod zu akzeptieren und sich bewusst darauf vorzubereiten. In der lebhaften - oft auch geprägt von persönlichen Erfahrungen im Verwandten- und Freundeskreis – Diskussion, überwog die Meinung zumindest die passive Sterbehilfe durch die kompetente ärztliche Hilfe großzügig auszulegen. Der assistierte Selbstmord durch Sterbevereine wird dagegen überwiegend abgelehnt.

Auf dem Podium (von links): Prof.Dr.Schraml, Dr.Tatschner, Pfarrer Dr.Steinert;
links stehend: Dr.Schinzel, Vorsitzender der SPD Gerbrunn