Die SPD Gerbrunn habe bei der letzten Kommunalwahl mit seiner Wiederwahl und der Wahl von acht Gemeinderäten das beste Ergebnis ihrer Geschichte erreicht, sagte Bürgermeister Stefan Wolfshörndl in einem Jahresrückblick auf die Gemeindepolitik beim Kommunalpolitischen Aschermittwoch. Außerdem sei Gerbrunn mit ihm nach sechsjähriger Pause wieder im Kreistag vertreten.
Etwas stolz berichtete Wolfshörndl, dass es im bereits im Dezember vom Gemeinderat beschlossenen Haushalt für das laufende Jahr zum einen keine Neuverschuldung gebe und andererseits sogar 333.000,00 € zur Schuldentilgung eingeplant werden konnten.
Die Neueinrichtung einer Kinderkrippe im katholischen Kindergarten, die Sanierung des Umkleidebereichs im Hallenbad, Dach- und Fenstersanierungen in der Schule und die Errichtung eines Toilettenhauses im alten Frief wurden im vergangenen Jahr verwirklicht.
Fortgeschrittene Planungen für 2008/2009 sind: Umsetzung des Altortwettbewerbs; Überarbeitung des Flächennutzungs- und Grünordnungsplans und Planung eines Kindergartens im Baugebiet Kirschberg II.
Als gemeinsames Projekt von Gemeinde, Kirchen und Diakonischem Netzwerk wird mit etwa 20 ehrenamtlichen Helfern in Gerbrunn probeweise eine Ausgabestelle der Würzburger Tafel im alten Feuerwehrhaus eingerichtet, informierte Wolfshörndl weiter. Geöffnet ist die Tafel erstmals am 24. März und dann immer dienstags um 15.00 Uhr.
Beraten wird derzeit im Gemeinderat über ein Verkehrskonzept, das unter anderem eine Erweiterung verkehrsberuhigter Bereiche und die Ausweisung der Rottendorfer Straße in eine Zone 30 vorsieht. Bei der Umsetzung der Planung könnten rund 120 Verkehrsschilder entfernt werden. Im nächsten Gemeindeanzeiger wird das Konzept vorgestellt. Auf einem Rückmeldeformular haben die Bürger die Möglichkeit für Anregungen, Ergänzungen aber auch kritische Anmerkungen dazu.
Über Themenschwerpunkte im Bayerischen Landtag berichtete der stellvertretende Landrat und Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib, den der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dirk Bräuer bei der traditionellen Aschermittwochsveranstaltung mit Fisch und Politik willkommen heißen konnte.
Die SPD-Fraktion werde darauf achten, dass die Kommunen und die Schwächeren in der Gesellschaft durch die Belastung des Landeshaushalts wegen der Bayerischen Landesbank in Höhe von 10 Milliarden Euro in diesem Jahr und jeweils 80 Millionen Euro jährlichen Folgekosten nicht benachteiligt werden.
Am Widerstand der CSU/FDP-Landesregierung gescheitert ist der Vorschlag der Landtags-SPD, die 1,9 Milliarden Euro, die aus dem Konjunkturprogramm nach Bayern fließen, durch ein schnelles, transparentes und unbürokratisches Verfahren über eine Umlage entsprechend der Einwohnerzahl den Kommunen direkt zukommen zu lassen. Bürgermeister und Gemeinderäte wüssten schließlich am ehesten, welche zusätzlichen Projekte schnell verwirklicht werden könnten, so Halbleib.
Als Mitglied des Haushaltsausschusses werde er sich konsequent für die Bereitstellung der finanziellen Landesmittel für die Universitätserweiterung auf dem Gelände des Leighton-Areals einsetzen, denn »noch sei nicht alles in trockenen Tüchern«, gab Halbleib zu Bedenken.
Text und Bilder: Karl Loritz