Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal informierte bei einem Gesprächsabend der SPD Gerbrunn über den aktuellen Planungsstand der Konversion des Leightons-Areals. Bürgermeister Stefan Wolfshörndl lobte einleitend ausdrücklich die Einbindung Gerbrunns in den Planungsprozess von Beginn an.
Rosenthal überraschte die ca. 50 Zuhörer mit der Information, dass das bisher von dem Amerikanern genutzte ca. 130 ha große Konversionsgebiet entgegen der ursprünglichen Aussagen nicht in diesem Herbst, sondern voraussichtlich erst im Frühjahr 2009 in den Zuständigkeitsbereich der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übergeben werden kann. Erst dann komme es zur Umwandlung (Konversion) von der militärisch genutzten zur zivil nutzbaren Fläche. Die Planungshoheit über die zukünftige Nutzung liegt bei der Stadt Würzburg. In die Planungen werden die Ergebnisse der drei Bürgerplanworkshops in Würzburg mit einfließen. Zum dritten Workshop im Oktober lud Rosenthal alle anwesenden herzlich zur Teilnahme ein.
39 ha der Konversionsfläche sind für die Erweiterung der Universität und 40 ha zur Wohnbebauung für ca. 4 000 Einwohner vorgesehen. Umfangreich werden die Grünflächen mit 40 ha ausfallen. Ein „Grünes Band“ werde vom Alandsgrund hochkommend bis zur Lehnleite entstehen. Wie bekannt, werden als Ausgleich für die bebaute Fläche der Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg 20.000 m² Grünflächen neu angelegt.
Beschlossene Sache sei die Bewerbung Würzburgs für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2016.
Rosenthal betonte die Notwendigkeit der Zusammenführung und Abgleichung gemeinsamer Interessen in der Region, insbesondere eine kommunale Zusammenarbeit bei der Planung der Infrastruktur. Gerbrunn spiele dabei eine wichtige Rolle. Vorstellen könne man sich z.B. für eine Übergangszeit die Mitbenutzung von Gerbrunner Kindergärten und der Schule.
Die Haupterschließung des neuen Stadtteils solle über die bestehende Straße Am Galgenberg erfolgen. Geplant sei eine teilweise Tieferlegung der Fahrbahn und die Errichtung von ebenerdigen Überführungen.
Eine neue Straßenbahnlinie 6, abgehend vom Hauptbahnhof, soll auf dem Weg zum neuen Stadtteil möglichst viele Bewohner sowie Schulen und Hochschulen erreichen. Wichtig sei auch ein Umsteigepunkt am Bahnhof Würzburg-Süd. Am Endpunkt der Straßenbahnlinie wird eine Anbindung Gerbrunns hergestellt werden. Welche der Planungsvarianten ausgeführt werden soll und ob die Straßenbahn evtl. bis zum Casteller Platz in Gerbrunn führen wird, ist noch offen. Für die konkrete Planung der Verkehrserschließung werden von der Stadt Würzburg Fachaufträge vergeben, sagte der Oberbürgermeister.